FORUM PSYCHOSOMATIK

Zeitschrift für Psychosomatische MS-Forschung, 21. Jahrgang, 2. Halbjahr 2011

1991–2011
Eine Chronik der Stiftung LEBENSNERV

Im Jahr 1991 sind viele Dinge geschehen – erinnern Sie sich? Der Golfkrieg gegen den Irak beginnt, der Bundestag beschließt seinen Umzug nach Berlin, in der Sowjetunion tritt Präsident Gorbatschow zurück, im sächsischen Hoyerswerda gibt es Anschläge Rechtsradikaler gegen Ausländer und Asylbewerber. – Es ist aber auch das Jahr, in dem zwei Frauen, die mit MS leben, die Stiftung LEBENSNERV mit einem Stiftungskapital von 100.000 DM gründen: Dr. Sigrid Arnade und Susanne Wolf. Nachstehend möchten wir Ihnen eine kleine Chronik aus der Stiftungsarbeit vorstellen, die Ihnen einen Überblick gibt, was sich in den vergangenen 20 Jahren alles auf rein ehrenamtlicher Basis, beziehungsweise mit Projektgeldern unterstützt, getan hat. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben wir dabei jedoch nicht.

1991

• Im November 1991 stellt sich die Stiftung im Rahmen einer Pressekonferenz in Köln erstmals der Öffentlichkeit vor. Statuten für die Vergabe eines Forschungspreises werden erarbeitet.

1992

• Im Sommer erscheint der erste „Rundbrief“, der Vorläufer von FORUM PSYCHOSOMATIK, in einer Auflage von 1.200 Exemplaren.

• Eine Literaturliste mit rund 100 Titeln und eine Liste der psychosomatischen Kliniken in Deutschland werden zusammengestellt. Umzug der Stiftung nach Berlin.

• Im Oktober organisiert die Stiftung ihr erstes Symposium zur Psychosomatik der MS in Kassel. Im Anschluss daran gründet sich eine kleine Arbeitsgruppe, die sich mit Forschungsfragen befassen will.

1993

• Diese Arbeitsgruppe wird schon im Sommer zu einem Workshop „Möglichkeiten und Grenzen der Psychotherapie bei MS“ an der Universität Witten/ Herdecke eingeladen.

• Die Ausschreibung für den ersten Forschungspreis wird veröffentlicht. Der „Rundbrief“ befasst sich erstmals mit dem Thema „Schuld und Verantwortung“.

• Vortragsveranstaltung in Berlin mit Dr. Irene Misselwitz aus Jena zur „Visualisierung bei der psychotherapeutischen Behandlung von MS“.

1994

• Im April 1994 wird in Kassel der erste Forschungspreis von LEBENSNERV verliehen. Es ist der bundesweit erste Preis zur Psychosomatik der MS. Die Preissumme von 5.000,- DM teilen sich zwei Forscherinnen: Ute Krusemark aus Hamburg befasste sich mit „Krankheitsbezogene Vorstellungsbilder bei Menschen mit Multipler Sklerose“. Gabriele Häusler aus Bremen schrieb über „Psychosomatische Aspekte der Multiplen Sklerose“.

• Die 56-seitige Dokumentation des Symposiums in Kassel erscheint unter dem Titel „Psychosomatik der Multiplen Sklerose. Erfahrungen, Konzepte, Perspektiven“.

• Ab dem Sommer 1994 wird der „Rundbrief“ in FORUM PSYCHOSOMATIK umbenannt.

1995

• Im März wird die Ausschreibung zum zweiten Forschungspreis ver - öffentlicht. Die 17-köpfige Forschungsgruppe der Stiftung trifft sich in Hannover.

• FORUM PSYCHOSOMATIK befasst sich erstmals in einem Schwerpunkt mit einem Dauerbrenner-Thema: Über die Beziehung von ÄrztInnen und PatientInnen.

• Übrigens wird zu dieser Zeit aus konservativen Medizinkreisen vor Psychotherapie bei MS gewarnt: die Krankheit könne sich dabei eventuell verschlechtern.

• Im November wird der zweite Forschungspreis in Kassel vergeben. Wieder wird er geteilt: Diesmal zwischen Bettina Sonnack aus Staufenberg und Dr. Eckhard Dannegger aus Gelnhausen. Sonnacks Arbeit betonte, dass das Geschlecht eine bedeutsame Rolle beim Krankheitsverlauf und Krankheitserleben spielt. Dannegger widmete sich belastenden Lebenssituationen kurz vor der Erstmanifestation.

• Im Rahmen der Preisverleihung traf sich auch die Arbeitsgruppe, die MS übereinstimmend als „Lösungsversuch auf körperlicher Ebene“ bezeichnete. Aus finanziellen Gründen kann die Gruppe in den folgenden Jahren nicht mehr tagen.





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